23.01.2014

Siemens Metals Technologies, Linz

Kardemir reinigt Sinterabgase mit Meros-Technik von Siemens

Der türkische Stahlerzeuger Karabük Demir Celik Sanayi ve Ticaret A.S. (Kardemir) hat bei Siemens Metals Technologies Schlüsselkomponenten für die Abgasreinigung an der neuen Sinteranlage Nr. 3 bestellt. Der Auftrag umfasst das Engineering für das gesamte Abgasreinigungssystem sowie die Lieferung der ersten und der abschließenden, auf Meros-Technik basierenden Reinigungsstufe. Ziele des Projektes sind es, Staub- und Schwefelemissionen drastisch zu reduzieren. Pro Stunde können rd. 400 000 m3(S.T.P.) Abgase gereinigt werden. Die Abgasreinigung soll Ende 2014 in Betrieb gehen.


Kardemir führt zurzeit an seinem Produktionsstandard Karabük ein umfassendes Ausbauprogramm durch, in dessen Rahmen auch die neue Sinteranlage Nr. 3 errichtet wird. Im Jahr 2012 hatte der türkische Langproduktehersteller Siemens bereits mit der Lieferung einer Merim-Trockenentstaubungsanlage für einen neuen Hochofen betraut, die in Kürze in Betrieb gehen wird. Um auch die Emissionen der neu zu errichtenden Sinteranlage Nr. 3 deutlich unter die staatlich vorgeschriebenen Grenzwerte zu senken, hat sich Kardemir für das Abgasreinigungskonzept von Siemens entschieden.


Siemens übernimmt das Basisengineering der Gesamtanlage sowie das Detailengineering und die Lieferung von Schlüsselkomponenten für die erste und die abschließende Reinigungsstufe. In der ersten Stufe kommt ein Fliehkraftabscheider zum Einsatz, der Grobstaub aus dem Abgasstrom entfernt. Der abgeschiedene Grobstaub wird zu vollständig in der Sinterproduktion wiederverwertet, um die Eisenverluste so gering wie möglich zu halten. Die zweite und abschließende Reinigungsstufe arbeitet mit dem von Siemens entwickelten Meros-Verfahren. Dabei werden Adsorptions- und Entschwefelungsmittel in den Abgasstrom eingedüst und fein verteilt. Bei Kardemir kommt Löschkalk als Additiv zum Einsatz. Damit lässt sich der Schwefeldioxidgehalt des Abgases um mehr als 85 % senken. Die Anlage ist so konzipiert, dass die mit dem Meros-Verfahren ebenfalls möglichen Einrichtungen zur Entfernung von Stickoxiden oder Dioxinen und flüchtigen organischen Verbindungen jederzeit im laufenden Betrieb nachgerüstet werden können.


Siemens Metals Technologies, Linz