05.06.2014

Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen

International Laser Technology Congress AKL14

Vom 7. bis 9. Mai fand in Aachen der International Laser Technology Congress AKL’14 statt. Auf dem Kongress zur angewandten Lasertechnik mit den klassischen Themen aus Mikro- und Makro-Bearbeitung stand auch ein großes Zukunftsthema im Fokus: »Digital Photonic Production« wird mittelfristig mit Bau-Investitionen von fast 70 Mio. € und Verbundprojektmitteln von rd. 30 Mio. € in Aachen massiv vorangetrieben. Zum 10. Mal veranstaltete das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT den International Laser Technology Congress AKL in Aachen. Der AKL findet alle zwei Jahre statt und hat sich zum größten europäischen Industriekongress für angewandte Lasertechnik in der Produktion entwickelt. In diesem Jahr kamen 629 Experten nach Aachen, um sich über aktuelle Markt- und Technologietrends sowie über zukunftsrelevante Forschungs- und Entwicklungsergebnisse wie zum Additive Manufacturing, zur Präzisionsbearbeitung oder zu neuen Hochleistungs-Ultrakurzpulslasern auszutauschen. Der Anteil der internationalen Besucher aus über 20 Ländern ist weiter gestiegen und liegt jetzt bei 24 %.


Das Tagungsprogramm orientierte sich an den unterschiedlichen Interessen der Besucher: Am ersten Tag gab es neben dem EU-Innovation-Forum »Laser Additive Manufacturing (LAM) in Aeronautics« das Einsteigerseminar Lasertechnik und den Technologie-Business-Tag für Führungskräfte und Marketingverantwortliche. Der zweite und dritte Tag waren dem eigentlichen Fachkongress mit den drei Sessions Lasermaterialbearbeitung – Makro, Lasermaterialbearbeitung – Mikro und Laserstrahlquellen gewidmet.


Wie der Lasermarktexperte David Belforte gleich zu Beginn seines Vortrages bemerkte, hat sich die Teilnehmerzahl beim Technologie-Business-Tag seit dem AKL‘12 fast verdoppelt. Im Fokus standen hier die Märkte für Lasersysteme. Während der Weltmarkt nach zwei eher ruhigen Jahren 2014 moderat auf 10 Mrd. € wachsen soll, wird in China wieder ein überproportionales Wachstum in Höhe von 15 % erwartet. Belforte betonte, dass dort inzwischen der Aufbau einer eigenen Laserindustrie politische Priorität erhalten habe.


Bo Gu (Bos Photonics) zeichnete ein komplexes Bild der Dynamik im chinesischen Markt, wo derzeit mehr als 300 lokale Laserunternehmen konkurrieren. Ein starkes Wachstum zeigt der Bereich Faserlaser (ein Zuwachs von 40 % im Jahr 2013), wobei Systeme über 1 kW meist noch importiert werden. Insgesamt wird in China eine weitere Durchdringung klassischer Industrien mit der Lasertechnik erwartet.


Klaus Löffler (Trumpf) ging in seinem Vortrag auch auf die globale Preisentwicklung ein: Danach dürfte der Preis pro kW weiter fallen, allerdings ohne große Sprünge. Bei den Anwendungen sieht er eine weitere Diversifikation: Immer mehr Lasersysteme finden immer neue Anwendungen, wobei er kürzere Entwicklungszeiten für die Lasersysteme anmahnte.


Während die Nachfrage in der Photovoltaik stark zurückgegangen ist, erwartet er für einen weiteren Ausbau der e-Mobility im Fahrzeugbau eine ganz neue Ausrüstungswelle. Dabei bleibt Leichtbau im Automobilbereich ein wichtiger Trend. Technische Fragen wie die lasergestützte Verbindung von Metall und Kunststoff oder die CFK-Verarbeitung sind weitgehend gelöst. Gerade bei der CFK-Verarbeitung könnten Laser die Automatisierung entscheidend voranbringen. Zusammenfassend bezeichnete Löffler den Lasermarkt als einen Multi-Nischen-Markt, wobei Bereiche wie Schneiden und Schweißen schon recht saturiert sind, während zum Beispiel Ultrakurzpulslaser noch eine erhebliche Dynamik aufweisen.


Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen