22.05.2014

Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg, Stuttgart

Informationstag 2014 des Unternehmerverbands Metall Baden-Württemberg

Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses, die Ermöglichung einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge sowie steuerliche Regelungen zur Eindämmung der sogenannten Kalten Progression in der Einkommenssteuer brennen den im Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg (UVM) organisierten Handwerksbetrieben aus den Bereichen Metallbau und Feinwerktechnik besonders auf den Nägeln. Dies wurde beim Informationstags 2014 des UVM am Samstag, den 17. Mai, in Bruchsal deutlich.


Der demographische Wandel und der Trend zu akademischen Berufen bereiteten den Handwerksbetrieben zunehmend Probleme, sagte der Präsident des Bundesverbands Metall (BVM), Erwin Kostyra, vor den Vertretern der 49 Innungen mit zusammen rd. 2.000 Mitgliedsbetrieben. Es werde zunehmend schwerer, Nachwuchskräfte zu finden und die Lücken zu schließen. Die Fachkräftesicherung bilde daher einen Schwerpunkt des Dachverbandes des deutschen Metallhandwerks mit seinen 13 Landesverbänden und 12.926 Betrieben. Die Verteidigung des hohen Ausbildungsniveaus und des dualen Bildungssystems in Deutschland sah er als die größte Aufgabe an. Hier sei es zwar gelungen, die Qualitätsanforderungen des deutschen Meisterbriefs gegen anderslautende Vorhaben der EU zu verteidigen. Es bestehe gleichwohl die Gefahr, dass die Europäische Union Handwerkern aus dem Ausland, die die hohe Qualifikation nicht besitzen, durch Änderung der Zugangsvoraussetzungen es ermögliche, auch in Deutschland tätig zu werden.


Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, konnte aus seiner Sicht diesen Trend bestätigen. Die Arbeit der Berliner Großen Koalition bezeichnete er als „nicht zufriedenstellend“. Unter dem Beifall der anwesenden UVM-Vertreter forderte er von der Bundesregierung „mehr Mut“, endlich den Abbau der „kalten Progression in Angriff zu nehmen. Auch bei der Energiewende vermisst der Karlsruher Handwerkspräsident neue Impulse: Die hohen Steuern und Abgaben, die nahezu 50 % der Energiekosten ausmachten, würden nicht gesenkt. Besonders bedauerlich sei, dass die Bundesregierung auch in der steuerlichen Förderung energetischer Sanierungen nicht vorankomme. Eine solche Förderung würde nicht nur hohe Investitionen anstoßen, sondern gerade Handwerk und Mittelstand, die mit ihren vielen Tausend Arbeitsplätzen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, wesentlich stärken. Die Vertreter des Metall- und Feinwerktechnikhandwerks im Land übten auch deutliche Kritik am Rentenpaket der Bundesregierung, welches ein deutliches Fehlsignal bedeute und sich letztendlich gegen die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer richte. Gerade die lohnkostenintensiven Handwerksbetriebe bekämen durch diese Regelung zunehmend Schwierigkeiten, so der Hauptgeschäftsführer des UVM, Peter Geckeler.


Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg, Stuttgart