16/09/2014

DIHK, Berlin

Industriestandort Deutschland zeigt Risse im Fundament

"Mit angezogener Investitionsbremse kommt Deutschland nicht voran": So kommentierte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse einer aktuellen DIHK-Umfrage im Netzwerk Industrie. "Deutschland muss an der Attraktivität seiner Standortfaktoren arbeiten und darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen", warnte Wansleben im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.


Unter dem Strich stelle die deutsche Industrie der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung "ein knapp befriedigendes Zeugnis aus", bilanzierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer die Umfrage von 62 Industrie- und Handelskammern unter Industriebetrieben und industrienahen Dienstleistern ("Netzwerk Industrie"). Insgesamt sind in die Auswertung Einschätzungen von 1 300 Unternehmen eingeflossen.


"Erfreulich sind zwar Fortschritte in den Bereichen Rechtssicherheit, Finanzierung oder der Vernetzung mit Hochschulen", berichtete Wansleben von den Ergebnissen. Zugleich erwarteten die Unternehmen aber gerade im Steuerrecht bislang vergeblich echte Erleichterungen. "Knapp jeder zweite Betrieb würde bei einer Verbesserung des Standortfaktors 'Steuern und Abgaben' mehr im Inland investieren", sagte er. "Auch die Wiedereinführung der degressiven AfA würde bei gut einem Drittel der Betriebe zu mehr Investitionen führen."


Handlungsbedarf sehen die Industrieunternehmen zudem in den hohen Energiekosten und zunehmend auch in der IT-Infrastruktur. Wansleben: "Wichtige Innovationen wie zum Beispiel das Cloud Computing und intelligente Energienetze, Smart Grids oder nicht zuletzt die Anforderungen im Rahmen von Industrie 4.0 werden wir ohne leistungsfähige IT-Infrastruktur nicht stemmen können." Gleichzeitig gelte es, digitale Kompetenzen in Schule sowie beruflicher Aus- und Weiterbildung zu verbessern.


"Die beste Standortnote erteilen die Betriebe dem engmaschigen Netz von Zulieferunternehmen und unternehmensnahen Dienstleistern in den Bereichen Beratung, Marktforschung sowie Forschung und Entwicklung", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Dieses "Netzwerk Industrie" sei eine wichtige Voraussetzung für Innovation, Wachstum und Beschäftigung hierzulande.


Sie finden den Report "Industriestandort Deutschland: Risse im Fundament" hier zum Download.


DIHK, Berlin