04.03.2014

Salzgitter AG, Salzgitter

Industriekrise in Europa prägt Geschäftsjahr

Die anhaltende Strukturkrise der europäischen Stahlindustrie stellte den Salzgitter-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr vor besondere Herausforderungen. Ein zunehmend scharfer Preiswettbewerb im europäischen Markt sowie die eklatante Unterauslastung des Großrohrbereiches prägten die Ertragslage maßgeblich. Darüber hinaus belasteten Abschreibungen auf das Anlagevermögen der Peiner Träger GmbH sowie einmalige Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis vor Steuern mit in Summe 240 Mio. €. Vor diesem Hintergrund besitzt das im Herbst 2012 initiierte und ab der zweiten Jahreshälfte 2013 umgesetzte Programm „Salzgitter AG 2015“ auch künftig höchste Priorität. Erste zählbare Erfolge sind zusätzliche Motivation, die umfassenden Maßnahmen konsequent fortzuführen. Nahezu 40% Eigenkapitalquote und 300 Mio. € Nettofinanzguthaben per 31. Dezember 2013 bilden hierfür eine solide finanzielle Basis.


Der Konzernaußenumsatz reduzierte sich aufgrund niedrigerer Durchschnittserlöse für viele Stahlprodukte sowie gesunkener Versandmengen in den Unternehmensbereichen Röhren und Handel auf 9.244,2 Mio. € (2012: 10.397,2 Mio. €). Insgesamt verbuchte der Salzgitter-Konzern –477,8 Mio. € Ergebnis vor Steuern (2012: –29,4 Mio. €). Darin enthalten sind 54,6 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen für das Programm „Salzgitter AG 2015“, 185,0 Mio. € Sonderabschreibungen (Impairment) im Trägerbereich sowie –55,4 Mio. € Nachsteuer-Ergebnisbeitrag aus der at equity einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG (2012: +55,5 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern betrug –489,6 Mio. € (2012: –99,8 Mio. €). Hieraus errechnen sich –9,10 € Ergebnis je Aktie (2012: –1,89 €). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals lag bei –10,5% (2012: 1,3%).


Im Unternehmensbereich Stahl wurde – angesichts der anhaltenden Marktschwäche – die Produktionskapazität der Peiner Träger GmbH ab August auf je 1 Mio. t Roh- und Walzstahl pro Jahr zurückgenommen. Trotz zufriedenstellender Auslastung waren auch der Flachstahl- sowie der Grobblechbereich von hohem Wettbewerbsdruck gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der Außenumsatz der Stahldivision mit 2 388,2 Mio. € preisbedingt deutlich rückläufig (2012: 2.654,7 Mio. €). Der erhebliche Vorsteuerverlust (–428,2 Mio. €; 2012: –176,3 Mio. €) ist operativ auf unauskömmliche Margen zurückzuführen; er enthält des Weiteren Sonderbelastungen aus dem Impairment im Trägerbereich sowie aus der zweimonatigen Reparatur eines Hochofens bei der Salzgitter Flachstahl GmbH. Da der Schwerpunkt des Restrukturierungsprogramms den Stahlbereich betrifft, belasteten die Einmalaufwendungen dessen Ergebnis in besonderem Maße.


Salzgitter AG, Salzgitter