23.01.2015

Schuler AG, Göppingen

Hirschvogel nimmt in Denklingen neuartige Schuler-Anlage in Betrieb

Im Bereich Massivumformung gehört die Hirschvogel Automotive Group zu den größten Automobilzulieferern. Das weltweit operierende Unternehmen nimmt derzeit am Stammwerk im oberbayrischen Denklingen eine 2 000 t starke Schuler-Presse in Betrieb, auf der unterschiedliche Wellen für Getriebe, Antriebsstrang und Motor entstehen sollen. Es handelt sich um die erste Anlage zur Massivumformung in dieser Größenordnung, die über ServoDirekt-Technologie (SDT) von Schuler verfügt.


„Durch die ServoDirekt-Technologie wird sich die Ausbringungsleistung weiter verbessern“, erklärt Frank Dobus, Betriebsleiter bei Hirschvogel. „Aufgrund der Tatsache, dass sich die Geschwindigkeit des Stößels gezielt steuern lässt, können wir Umformung und Transfer der Teile ideal aufeinander abstimmen und die Werkzeugstandzeiten verlängern. Dank der frei programmierbaren Stößelbewegung erleichtert sich auch der Einrichtbetrieb erheblich. Darüber hinaus rechnen wir mit einem deutlich reduzierten Energiebedarf der neuen Anlage.“


Aus denselben Gründen hat sich der Servoantrieb in der Blechumformung schon weitgehend durchgesetzt. Schuler stattet nun immer mehr Pressen für die Massivumformung mit der ServoDirekt-Technologie aus. Neben der Anlage vom Typ MSL 2-2000 zählen dazu unter anderem eine 1 600 t starke Gesenkschmiedepresse und eine 500 t starke Kniehebelpresse. Die MSL 2-2000 ist bereits die siebte Maschine von Schuler, die in den Hallen von Hirschvogel läuft.


Einziger Wermutstropfen bei der jüngsten Anschaffung war der Transport der Kaltfließpresse: Hirschvogel musste die Route mehrmals umplanen, weil sich auf der ursprünglichen Strecke mehrere sanierungsbedürftige Brücken befanden. Diese hätten der Belastung nicht standgehalten und waren deshalb von den zuständigen Behörden abgelastet, also für Schwertransporte gesperrt worden. Kein Einzelfall: „Marode Brücken machen Schwertransporte über unsere Straßen zunehmend schwieriger“, sagt Frank Dobus und bestätigt damit eine Erfahrung, die auch Schuler gemacht hat. „Dieser Standortnachteil kann auf lange Sicht die Existenz einheimischer Unternehmen gefährden.“


Schuler AG, Göppingen