27.08.2014

Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, Düsseldorf

Hilla Becher erhält Großen Kulturpreis der Sparkassen-Stiftung Rheinland

Die in Düsseldorf ansässige Fotografin Hilla Becher erhält am 26. August 2014 den mit 30 000 € dotierten „Großen Kulturpreis“ der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, einen der höchstdotierten deutschen Kulturpreise. „Die Stiftung ehrt mit dem Preis eine der bedeutendsten Fotografinnen unserer Zeit, die zusammen mit ihrem Mann in einzigartiger Weise Einfluss auf Generationen dokumentarischer Fotografen und Künstler genommen hat“, begründete Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes und Vorsitzender des Kuratoriums der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, die Entscheidung der Stiftungsgremien.


Hilla Becher entwickelte zusammen mit Bernd Becher einen Bildtypus, der kennzeichnend für ihr Werk wurde. Die durch Sachlichkeit und Neutralität bestimmten Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Industrieobjekten prägten nicht nur die industrielle Architekturfotografie, sondern auch die Fotografie als künstlerisches Medium in einer Zeit, in der diese noch weit davon entfernt war, als künstlerisches Ausdrucksmittel akzeptiert zu sein.


Mit ihrem Mann Bernd Becher, der als Professor an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf den ersten Lehrstuhl für Fotografie innehatte, lehrte sie gemeinsam. In der „Becher-Klasse“ bildeten sie fotografische Persönlichkeiten wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff oder Thomas Struth aus, die heute international unter dem Namen „Düsseldorfer Photoschule“ zu den erfolgreichsten Vertretern der deutschen Fotografie zählen.


Mit ihren Fotografien, die die Industriekultur mit Fördertürmen, Hochöfen, Fabrikhallen oder Kohlebunkern wiedergeben, dokumentieren Bernd und Hilla Becher Anlagen, die oftmals kurze Zeit nach der fotografischen Aufnahme verschwanden und nur in wenigen Fällen als Kulturdenkmäler bis heute erhalten geblieben sind.


Nach dem Tod von Bernd Becher 2007 führt Hilla Becher bis heute ihr gemeinsames Werk fort und leistet mit den Aufnahmen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Gedächtnisses im Rheinland.


Für die Nachhaltigkeit des herausragenden Werks wurde das Künstlerpaar vielfach geehrt, unter anderem mit dem „Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie“ 1985, dem „Goldenen Löwen“ der Biennale in Venedig 1990, dem „Kaiserring“ der Stadt Goslar 1995, dem „Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen“ 2001, oder dem 2004 verliehenen „Hasselblad Award“ für internationale Fotografie.


Die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, 1987 auf Initiative der rheinischen Sparkassen gegründet, unterstützt überregional bedeutende Kunst- und Kulturprojekte im Rheinland in allen Sparten der Kultur. Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit hat die Stiftung bereits 12 Mio. € für die Förderung des kulturellen Lebens im Rheinland bereitgestellt.


Auf dem Foto sind von links nach rechts zu sehen:


Dr. Marion Ackermann (Künstlerische Direktorin Kunstsammlung NRW),


Michael Breuer (Vorsitzender des Kuratoriums der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland), Hilla Becher (Preisträgerin Großer Kulturpreis),


Dorothée Coßmann (Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland), Simon Sola Holischka (Preisträger Förderpreis),


Prof. Dr. Christoph Landscheidt (Vorsitzender des Vorstandes der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland),


Prof. Dr. Armin Zweite (Kunsthistoriker und Museumsdirektor),


Ute Schäfer (Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW).


 


Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, Düsseldorf