04.07.2014

ifo Institut, München

Gute Konjunktur hält an

Die Konjunktur in Ostdeutschland (mit Berlin) und Sachsen hat zu Jahresbeginn kräftig Fahrt aufgenommen. Und das Tempo dürfte sich im Prognosezeitraum erhöhen. Mit 1,8 % in 2014 und 2,0 % im kommenden Jahr wird das reale Bruttoinlandsprodukt Ostdeutschlands voraussichtlich kräftig steigen. „Investoren und Produzenten sind durch die geopolitischen Unruhen in der Ukraine und im Irak etwas pessimistischer gestimmt“, betonte Robert Lehmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts. „Dennoch deuten alle Daten auf einen Aufschwung in beiden Jahren hin“.


Das konjunkturelle Verlaufsbild der ostdeutschen Bundesländer folgt jenem von Gesamtdeutschland, wenngleich das Wirtschaftswachstum Ostdeutschlands etwas geringer ausfällt. Die milde Witterung zu Beginn des Jahres und die erforderlichen Baumaßnahmen nach dem Hochwasser 2013 beflügelten insbesondere das Baugewerbe im ersten Quartal 2014. Aber auch die ostdeutsche Industrie verzeichnete hohe Zuwachsraten bei ihren Erlösen. Im weiteren Verlauf der Jahre 2014 und 2015 dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiter zunehmen. Maßgeblich hierfür wird die robuste Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern sein. Auch die Exporte dürften zulegen.


Für den Freistaat Sachsen ist, aufgrund seiner spezifischen Wirtschaftsstruktur, vor allem die robuste Investitions- und Exportgüternachfrage entscheidend. Von der zunehmenden Bereitschaft der Unternehmen, Investitionen zu tätigen und der weiteren Belebung wichtiger Volkswirtschaften in der Europäischen Union dürfte der Freistaat stärker profitieren als die ostdeutschen Bundesländer. Das ifo Institut erwartet daher ein reales Wirtschaftswachstum in Sachsen von 1,9 % in 2014 und 2,1 % im kommenden Jahr.


Die konjunkturelle Belebung bringt auch Impulse für den sächsischen und ostdeutschen Arbeitsmarkt mit sich. Die hohe Dynamik zu Jahresbeginn dürfte im Verlauf des Jahres 2014 jedoch nicht zu halten sein. Im kommenden Jahr belasten Demografie und der flächendeckende Mindestlohn den Arbeitsmarkt der ostdeutschen Bundesländer.


ifo Institut, München