07.10.2014

Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf

Globale Stahlnachfrage wächst auch im Jahr 2015 um 2 %

Der Weltstahlverband worldsteel hat in Moskau anlässlich seiner Jahrestagung seine neue Konjunkturprognose veröffentlicht. Demzufolge wird die globale Nachfrage nach Walzstahlerzeugnissen sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr um jeweils 2 % steigen. Im April war für beide Jahre noch ein Zuwachs von rd. 3 % prognostiziert worden. Die globale Stahlnachfrage scheint auf einen moderateren Wachstumstrend einzuschwenken.


„Die verhaltene Dynamik ist zuvorderst auf China zurückzuführen“, kommentiert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der seit 2011 den Vorsitz des Economic Committee von worldsteel innehat. „Dort ist das Wachstum der Stahlnachfrage in diesem Jahr aufgrund des Abschwungs auf dem Immobilienmarkt nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Als Folge des eingeleiteten Strukturwandels dürfte sich daran auch in den kommenden Jahren nichts ändern.“ Hinzu kommt, dass die Dynamik in vielen anderen Schwellenländern aus konjunkturellen und strukturellen Gründen hinter früheren Erwartungen zurückbleibt. Rund zwei Drittel der globalen Stahlnachfrage entfällt auf die Märkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Der Anteil von China beträgt nahezu 50 %.


Die Industrieländer wachsen 2014 dagegen mit dem amerikanischen Stahlmarkt als Lokomotive kräftiger, als noch im April vorhergesehen. Der neue Konjunkturausblick bestätigt zudem die Erholungsperspektive für den EU-Stahlmarkt, der 2014 erstmals seit 2011 wieder leicht zulegt. Für Deutschland erwartet die Wirtschaftsvereinigung Stahl, deren Prognose in den Ausblick von worldsteel eingeflossen ist, ein Marktwachstum von 3 % in diesem und 2 % im nächsten Jahr. Der deutsche Markt komme damit in etwa wieder auf das relativ hohe Niveau von 2006 zurück. In der EU vollzieht sich die Erholung dagegen ausgehend von einem niedrigen Niveau. Zudem verlaufe die Entwicklung in Europa weiterhin regional sehr heterogen.


Trotz der fortschreitenden konjunkturellen Verbesserung bewegen sich die Stahlunternehmen in Deutschland aus Sicht von Kerkhoff weiter in einem außerordentlich schwierigen Marktumfeld: „Das nachlassende Wachstum in den Schwellenländern, allen voran China, verschärft noch einmal den bereits intensiven Wettbewerb auf den internationalen Märkten“. Zudem sei der Erholungsprozess in der EU und sogar auch in Deutschland wachsenden Risiken ausgesetzt. „In diesem Umfeld brauchen wir dringend stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen auf europäischer und auch nationaler Ebene.“


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Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf