26.02.2014

Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Berlin

Gesamtmetall würdigt Meilenstein der Tarifgeschichte

Vor genau zehn Jahren trat das sogenannte „Pforzheimer Abkommen“ in Kraft, das Abweichungen von tarifvertraglichen Regelungen ermöglicht. „Das Pforzheimer Abkommen hat sich als Meilenstein der Tarifgeschichte erwiesen“, erklärte Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger, „es hat die Tarifautonomie erneuert und die Grundlage für moderne, differenzierte Tarifabschlüsse geschaffen.“


Mit dem Tarifschluss 2004 hatten die Tarifparteien der Metall- und Elektro-Industrie auch einen Kodex vereinbart, der Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsfähigkeit und Investitionsbedingungen für Unternehmen in Deutschland stärken sollte. Danach konnte bei Zustimmung der Tarifpartner auf betrieblicher Ebene erstmals von allen Elementen der Tarifverträge abgewichen werden, um Arbeitsplätze oder Standorts zu sichern oder konkrete Investitionen zu ermöglichen.


Dulger erinnerte an das Umfeld des Abschlusses: „In einer Zeit, als Deutschland als ‚kranker Mann Europas‘ gesehen wurde, galten die Tarifverträge als hauptverantwortlich für die Krise. Deshalb war der Kodex so wichtig: Als konkrete Lösung für die Unternehmen, vor allem aber als Signal der Erneuerungsfähigkeit der Tarifpartner aus eigener Kraft.“


Dass die Tarifverträge heute bei Politik, Öffentlichkeit und Unternehmen wieder als Erfolgsfaktor gelten, habe seine Wurzeln in der damals getroffenen Vereinbarung. Umso gefährlicher sei die Neigung von Politik, Medien und manchmal auch Tarifvertragsparteien selbst, immer wieder nach dem Staat zu rufen, statt eigene Lösungen zu finden und sie als solche zu akzeptieren.“


Das „Pforzheimer Abkommen“ wurde 2008 in den bisher bestehenden Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung integriert und zu einem neuen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und zum Beschäftigungsaufbau zusammengefasst.


Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Berlin