03.02.2016

Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Berlin

Gesamtmetall: "Ernst der Lage nicht erkannt"

Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger kritisiert die Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstands für die Tarifrunde 2016: "Diese Forderungsempfehlung lässt befürchten, dass die Gewerkschaft den Ernst der Lage nicht erkannt hat. Seit der Finanzkrise sind die Löhne bei M+E um 20 % gestiegen, die Produktivität aber nur um 2 %. Unser Standort bröckelt massiv. In der Tarifrunde 2016 kommt es deshalb darauf an, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes in den Mittelpunkt zu stellen. Es kann nicht im Interesse der Gewerkschaft sein, die Zweifel der Unternehmen an dem Vorteil einer Tarifbindung und an der Zukunft des Standortes Deutschland weiter zu verstärken. Es ist die falsche Zeit für Höhenflüge."


Dulger verwies darauf, dass für die M+E-Industrie nach einem mageren Wachstum in 2015 auch für 2016 im optimistischen Fall mit nur 1 % Wachstum zu rechnen sei. Die für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wichtigere Größe sei die Produktivität. Sie wächst seit Jahren in der Industrie kaum, anders als die steigenden Lohnstückkosten: Diese sind in den ersten 11 Monaten 2015 um 2,7 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum angestiegen.


"Die IG Metall erweckt wiederum falsche Erwartungen bei ihren Mitgliedern", so Dulger weiter. "Aber die Wettbewerber werden nicht nur deutlich besser, sondern werden damit immer günstiger." Weitere Informationen finden Sie hier.


Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Berlin