16.01.2015

Institut Feuerverzinken GmbH, Düsseldorf

Feuerverzinkte Lydlinch-Brücke in bester Verfassung

Während des zweiten Weltkrieges gab es bereits 1942, das heißt zwei Jahre vor dem sogenannten D-Day, erste Pläne des britischen Verteidigungsministeriums zur Landung der Alliierten in der Normandie. Wo und wann die Landungen stattfinden sollten, war jedoch streng geheim. Als Voraussetzung für die Invasion musste das vorhandene Straßennetz für eine schnelle Bewegung der Invasionsstreitmacht und ihrer schweren Fahrzeuge in Richtung englischer Südküste ausgebaut werden. In Lydlinch wurde deshalb eine vorhandene schmale Steinbogenbrücke über den Fluss Lyden durch eine neue Brücke ergänzt, da sie den schweren Militärfahrzeugen nicht standhalten würde. 1942 errichteten Ingenieure der kanadischen Armee eine mobile Callender-Hamilton-Brücke aus feuerverzinktem Stahl neben der alten Steinbrücke.


Die Brücke war ursprünglich als temporäre Lösung vorgesehen, hat sich aber als dauerhaftes Provisorium erwiesen. Seit 73 Jahren fließt der Verkehr Richtung Osten über die einspurige Brücke. In dieser Zeit erfolgten nur geringfügige Änderungen. Am Holzdeck wurden in den Jahren 1985 und 2009 Reparaturen durchgeführt. An der feuerverzinkten Stahlkonstruktion gab es im Jahr 1996 Ertüchtigungsmaßnahmen, um sicherzustellen, dass die Brücke den Anforderungen der aktuellen Normung entspricht und durch moderne 40t LKWs befahren werden kann. Hierzu wurden zusätzliche feuerverzinkte Profile als ergänzende Verstärkung in die alte Stahlbrücke eingeschraubt.


Am 14. Oktober 2014 erfolgte eine Inspektion der Brücke durch einen Ingenieur des britischen Verzinkerverbandes Galvanizers Association. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass sich die Brücke noch immer in einem sehr guten Zustand befindet, auch wenn die feuerverzinkte Stahlkonstruktion mit Schmutzablagerungen und Moos überzogen ist. Vor der Durchführung von Schichtdickenmessungen wurden an den Prüfstellen der feuerverzinkten Stahlkonstruktion jegliche Oberflächenverunreinigungen mittels einer Drahtbürste entfernt. Untersucht wurden die wichtigsten Fachwerksdiagonalen, Knotenbleche und Schraubenköpfe. Die gemessenen Zinkschichtdicken der Fachwerksdiagonalen lagen zwischen 126 µm und 167 µm. An den Knotenblechen wurden Zinkschichten zwischen 131 µm und 136 µm ermittelt. Die Schichtdicken der Schraubenköpfe lagen zwischen 55 µm und 91µm.


Nach 73 Jahren ist die Lydlinch-Brücke noch immer in bester Verfassung. Aufgrund der gemessenen Zinkschichtdicken besitzt sie das Potenzial, mehr als 100 Jahre alt zu werden. Die Feuerverzinkung hat sich wieder einmal als dauerhafter Korrosionsschutz erwiesen.


Institut Feuerverzinken GmbH, Düsseldorf