22.03.2016

BDSV e.V., Düsseldorf

Faire Rahmenbedingungen für die heimische Stahlindustrie

Brandenburg, Niedersachsen, Saarland und Sachsen haben die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für den Schutz der deutschen Stahlindustrie einzusetzen. Die BDSV begrüßt den am Freitag im Bundesrat eingebrachten Entschließungsantrag dieser Länder, faire Rahmenbedingungen für die heimische Stahlindustrie zu schaffen. Nur so könne es auch für das Stahlrecycling in Deutschland eine Zukunft geben.


Die angespannte Situation der Stahlindustrie wirkt sich unmittelbar auf die BDSV-Mitgliedsunternehmen aus. Die Branche versorgt Stahlwerke und Gießereien mit Stahlschrott. Der kann zu 100 % recycelt werden und wird sowohl in Oxygenstahlwerken als auch in Elektrostahlwerken als Sekundärrohstoff umwelt-schonend eingesetzt. Massive Überkapazitäten auf den internationalen Stahl-märkten, inbesondere in China, das rund die Hälfte der weltweiten Rohstahlproduktion beiträgt, haben zur Folge, dass Stahlprodukte zu sehr niedrigen, nicht kostendeckenden Preisen den europäischen Markt überfluten. Die Importe bringen zudem einen ökologischen Rucksack an CO2–Emissionen mit, der bei der Stahlherstellung in Deutschland gar nicht gepackt worden wäre. Die CO2- Emissionen beim Transport sind noch dazuzurechnen.


Die Situation hat sich dieses Jahr deutlich zugespitzt, da der verschärfte EU-Emissionshandel und das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die jeweils für sich genommen schon der heimische Stahlindustrie Riesenlasten aufbürden, weitere Wettbewerbsnachteile bewirken. Ein Antidumpingverfahren der EU-Kommission gegen China verspricht keine kurzfristige Wirkung, wird jedoch von der BDSV für unausweichlich gehalten.


BDSV e.V., Düsseldorf