29.01.2014

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

Europa investiert kräftig in Forschung und Innovation

Das neue EU-Forschungsrahmenprogramm, Horizont 2020, ist in Deutschland gestartet. Mit einem Fördervolumen von insgesamt rd. 77 Mrd. € und einer neuen Struktur ist es das weltweit größte in sich geschlossene Forschungs- und Innovationsprogramm. Es bündelt ab 2014 die Forschungsförderprogramme auf europäischer Ebene und ist stärker als die bisherigen Programme auf Kooperation zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ausgerichtet. Auf der Nationalen Auftaktveranstaltung sagte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, dass Horizont 2020 die Forschungs- und Innovationskraft von Deutschland und ganz Europa deutlich stärken werde. "Horizont 2020 ermöglicht uns einen zusätzlichen Investitionsschub über Ländergrenzen hinweg. Es bedeutet Fortschritt und Entwicklung für Europa. Wir haben die Chance, die Zukunft Europas gemeinsam zu gestalten und die Lebensqualität der Menschen entscheidend zu verbessern", so Bundesforschungsministerin Wanka.


"Horizont 2020 wird die bislang bestehende Lücke zwischen Forschung und Innovation schließen. Es wird einen wichtigen Beitrag zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätzen und Wohlstand in Europa leisten und die weltweite Attraktivität Europas für Wissenschaft und Wirtschaft steigern", erklärte die Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft der Europäischen Kommission, Máire Geoghegan-Quinn, heute in Berlin.


Das neue Programm ermöglicht die Förderung von Forschung und Innovation von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung. Dabei stärkt Horizont 2020 zum einen den Europäischen Forschungsrat, der exzellente Grundlagenforschung fördert, und ist zum anderen gegenüber den Vorgängerprogrammen deutlich stärker auf die Anwendung der Forschungsergebnisse ausgerichtet. So bieten sich jetzt zum Beispiel für die deutschen Fachhochschulen mit ihrer hohen Anwendungsorientierung in der Forschung und ihren hervorragenden Kontakten zu Unternehmen gute Chancen beim Wettbewerb um Fördergelder. Auch für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) wurden verbesserte Fördermöglichkeiten geschaffen.


Neu an Horizont 2020 ist ebenfalls die stärkere Unterstützung von Ländern, die bisher in den Forschungsrahmenprogrammen unterrepräsentiert waren. Mitgliedsländer der Europäischen Union erhalten durch die Verknüpfung von Horizont 2020 mit Strukturfonds verbesserte Fördermöglichkeiten. Das stärkt gleichzeitig den Wettbewerbsgedanken um die besten Ideen, der dem Förderprogramm zugrunde liegt.


Vereinfacht wurden Antrags- und Verwaltungsverfahren. So gibt es nur noch ein Kostenmodell für alle Antragsteller und es wurde eine Pauschale für die indirekten Kosten eingeführt. Zudem wurde festgelegt, dass die Zeiten bis zur Bewilligung der Projekte verkürzt werden. So gibt es jetzt ein "fast-track to-Innovation" Instrument, um die Zeiten von der Idee bis zum Projektstart gerade für Unternehmen zu reduzieren.


Im 7. Forschungsrahmenprogramm, dem Vorläufer von Horizont 2020, hat Deutschland die eingeworbenen Fördermittel kontinuierlich gesteigert, zuletzt im Jahr 2012 auf rd. 1,2 Mrd. €. Rund 38 % der Mittel gingen dabei an Hochschulen, 34 % an Forschungseinrichtungen und 26 % an Unternehmen. Insbesondere KMU waren im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besonders erfolgreich, was ein Zeichen für die Innovationskraft deutscher Unternehmen ist.


Horizont 2020 hat ein gegenüber dem Vorgängerprogramm um rd. 27 % gesteigertes Fördervolumen. Daraus ergibt sich eine realistische Chance für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, insgesamt jährlich bis zu 1,5 Mrd. € aus Brüssel einzuwerben.


Die Nationale Auftaktveranstaltung bietet Vertretern von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen umfangreiche Möglichkeiten, sich über das neue Rahmenprogramm zu informieren und sich in Workshops konkret zur Antragstellung und Teilnahme an Horizont 2020 beraten zu lassen.


Weitere Informationen finden Sie unter:

www.horizont2020.de und www.bmbf.de/de/959.php


BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin