16.10.2013

WV Stahl, Düsseldorf

Energiekostenexplosion in der Stahlindustrie

Die Kosten der Stahlindustrie aus der Umlage für erneuerbare Energien werden 2014 um 18 % auf über 300 Mio. € steigen. Allein der Anstieg der Umlage auf 6,24 Cent/kWh belastet jeden Arbeitsplatz der Branche mit etwa 500 € zusätzlich im Jahr. „Damit gerät die Stahlindustrie trotz der Kostendeckelung für energieintensive Unternehmen an ihre Belastungsgrenze“, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf.


Um die explodierenden Kosten einzudämmen, fordert der Verbandschef eine umgehende Reform des Fördersystems. „Das Prinzip der garantierten Einspeisevergütungen kann nicht länger aufrechterhalten werden“, sagt Kerkhoff. „Die erneuerbaren Energien müssen stärker und schneller an den Markt herangeführt werden“. Die Entlastungsregelungen der energieintensiven Industrien seien weiterhin erforderlich, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu wahren und Investitions- und Planungssicherheit herzustellen. Insbesondere dürfe auch die ökologisch sinnvolle Stromerzeugung aus Gasen, die bei der Stahlherstellung zwangsläufig entstehen, nicht mit der Umlage belastet werden.


„Ein Abbau der industriellen Entlastungen wäre keine Lösung für die steigenden Stromkosten“, warnt Kerkhoff. „Die Umlage bliebe trotzdem hoch und würde weiter steigen. Käme es jedoch zu direkten Arbeitsplatzverlusten in den energieintensiven Grundstoffindustrien und indirekt in den nachgelagerten Wertschöpfungsketten, würde dies auch die privaten Stromverbraucher treffen.“


Komme es gar durch die Europäische Kommission zu einem Verbot der Entlastungen, würden die EEG-Kosten für die Stahlindustrie in Deutschland auf mehr als 1 Mrd. € steigen. „Eine wettbewerbsfähige Stahlproduktion in Deutschland wäre bei diesem Szenario nicht mehr möglich“, resümiert der Stahlchef.


WV Stahl, Düsseldorf