29.01.2014

Institut Feuerverzinken GmbH, Düsseldorf

EN 1090 regelt auch den Korrosionsschutz

Ab 1. Juli 2014 ist das neue europäische Stahlbauregelwerk EN 1090 verbindlich anzuwenden. Es regelt auch den Korrosionsschutz für Stahlbauten. Während sich im Hinblick auf Beschichtungen viel ändert, gibt es für den Korrosionsschutz durch Feuerverzinken nur wenig Änderungs- und Handlungsbedarf. Mit der verbindlichen Gültigkeit der EN 1090 dürfen Hersteller tragender Stahlbauteile wie beispielsweise Schlossereien oder Metall- und Stahlbauunternehmen diese Bauprodukte in den EU-Mitgliedstaaten nur noch mit CE-Kennzeichnung auf den Markt bringen. Mit dem CE-Zeichen wird die Übereinstimmung (Konformität) eines Produktes mit den jeweils maßgeblichen Richtlinien und den technischen Spezifikationen dokumentiert. Zu den neuen Pflichten eines Herstellers von Bauprodukten gehört zudem die Einrichtung und Durchführung einer werkseigenen Produktionskontrolle (WPK).


Für eine Zertifizierung müssen Hersteller der notifizierten Stelle gegenüber nachweisen, dass sie über das fachlich qualifizierte Personal verfügen, dokumentierte Prozesse und ihr WPK-System anwenden sowie die erforderliche technische Ausstattung besitzen. In der neuen Ausführungsnorm EN 1090-2 „Teil 2: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken“ ist auch der Korrosionsschutz für Stahlbauteile geregelt. Demnach hat der Hersteller, der die Konformität des Produktes mit den technischen Spezifikationen durch Vergabe des CE-Kennzeichens bestätigt, auch für die fachgerechte Ausführung des Korrosionsschutzes die Verantwortung zu tragen. Das bedeutet, dass der Hersteller, i. d. R. das ausführende Metall- oder Stahlbauunternehmen, auch die Übereinstimmung der Korrosionsschutzarbeiten mit den dafür geltenden technischen Regeln sicherstellen muss.



Damit der Hersteller EN 1090-gemäß seine Verantwortung für eine fachgerechte Ausführung des Korrosionsschutzes erfüllen kann, muss er entweder selbst alle dafür notwenigen Maßnahmen intern umsetzen oder sich von dem Unterauftragnehmer (Feuerverzinkungsunternehmen oder Beschichtungsunternehmen) den entsprechenden Nachweis dafür erbringen lassen. Die Mehrheit der Metall- oder Stahlbauunternehmen wird zukünftig nicht mehr in der Lage sein, intern die Ausführung von Korrosionsschutzarbeiten EN 1090-konform zu erfüllen, da in der Regel mit der notwendigen Zertifizierung erhöhte Anforderungen an die technische Ausstattung, die Dokumentation, die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter und der Kontrolle verbunden sind. Neben hohen Investitionskosten in die Anlagentechnik, die dann zumeist nicht wirtschaftlich ausgelastet werden kann, wären die Einstellung eines Korrosionsschutzfachmannes notwendig oder erhebliche Schulungsmaßnahmen bisheriger Mitarbeiter erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist die Vergabe von Korrosionsschutzarbeiten an dritte, entsprechend qualifizierte und zertifizierte Fachunternehmen vorprogrammiert und sinnvoll.



Für den Korrosionsschutz an Stahltragwerken sind grundsätzlich

- das Feuerverzinken,

- das Thermische Spritzen und

- Beschichtungen (auch sogenannte Duplex-Systeme, eine Kombination aus Feuerverzinkung und nachfolgender Beschichtung) möglich.



Der Korrosionsschutz für Stahl ist in Anhang F der EN 1090 Teil 2 geregelt. Laut Anhang F müssen die Anforderungen an den Korrosionsschutz in den Ausführungsunterlagen durch den Hersteller, d. h. durch das Metall- oder Stahlbauunternehmen festgelegt werden. Es muss die Schutzdauer des Korrosionsschutzes und die Korrosivitätskategorie bestimmt werden. Zudem können die Anforderungen auch eine Bevorzugung eines Korrosionsschutzes benennen, z.B. des Feuerverzinkens.


Institut Feuerverzinken GmbH, Düsseldorf