14.05.2014

BMWi, Berlin

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2014

Die deutsche Wirtschaft hat im Winterhalbjahr, unterstützt durch die milde Witterung, weiter an Dynamik gewonnen. Nach dem Wachstum von 0,4 % im Jahresschlussquartal 2013 dürfte im ersten Quartal 2014 die gesamtwirtschaftliche Leistung nochmals kräftiger zugenommen haben. Allerdings wird im Gegenzug die Frühjahrsbelebung etwas schwächer ausfallen als gewohnt. Insgesamt hat sich die Erholung gefestigt und an Breite gewonnen. Sie wird maßgeblich von den binnenwirtschaftlichen Auftriebskräften getragen. Eine zentrale Rolle kommt dabei der guten Verfassung des Arbeitsmarktes zu. Positive Impulse kommen von den privaten und staatlichen Konsumausgaben und den Investitionen in Bauten.


Mit zunehmender Kapazitätsauslastung und den anhaltend guten Finanzierungsbedingungen sind aber auch die Investitionen in Ausrüstungen angesprungen. Vom Außenhandel kommen dagegen den Indikatoren zufolge per Saldo keine zusätzlichen Wachstumsimpulse. Wie stark und nachhaltig sich der Aufschwung im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzt, wird nicht zuletzt von der Entwicklung des außenwirtschaftlichen Umfelds abhängen.


Die Weltwirtschaft setzt ihren moderaten Wachstumskurs fort. Die ausschlaggebenden Impulse für Wachstum und Handel kommen zurzeit von den Industrieländern, allen voran von der US-Wirtschaft. Dazu tragen die nach wie vor expansiv ausgerichtete Geldpolitik, günstige Finanzierungsbedingungen und eine weniger restriktive Konsolidierungspolitik der öffentlichen Haushalte bei. Die Staaten der Europäischen Union erholen sich noch vergleichsweise zögerlich. In Japan dürfte der Zwang zur Haushaltskonsolidierung bremsen. Dämpfend auf die Weltwirtschaft wirkt die schwächere Wachstumsdynamik der chinesischen Wirtschaft sowie das insgesamt geringere Wachstum in den übrigen Schwellenländern. Vor diesem Hintergrund dürfte die Weltwirtschaft zunächst in dem derzeitigen moderaten Tempo weiter expandieren. Die OECD hat in ihrem jüngsten Economic Outlook ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr leicht zurückgenommen und rechnet mit einem Anstieg des Welt-BIP um 3,4 %. Für 2015 wird dann ein Anstieg des Welt-BIP auf 3,9 % erwartet. Dabei bleiben die Risiken für die Weltkonjunktur beachtlich.


Die deutschen Warenausfuhren sind im März saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen den zweiten Monat in Folge spürbar zurückgegangen. Zuvor hatten sie sich zwischenzeitlich recht lebhaft entwickelt. Im Trend blieben sie geringfügig aufwärtsgerichtet (Dreimonatsvergleich: +0,3 %). Die nur zuletzt leicht rückläufigen Einfuhren weisen weiterhin einen deutlichen Aufwärtstrend auf (Dreimonatsvergleich: +2,3 %). Angesichts rückläufiger Einfuhrpreise fällt dieser bei realer Betrachtung noch stärker aus. Dies zeugt von einer weiterhin lebhaften Binnenkonjunktur. Die Überschüsse in der Handels- und in der Leistungsbilanz lagen im März mit +16,4 Mrd. € bzw. +19,5 Mrd. € unter den Vorjahresständen.


Die Produktion im produzierenden Gewerbe schwächte sich im März nach viermonatigem Anstieg in Folge um 0,5 % ab. Die Erzeugung in der Industrie ging leicht (-0,4 %), die im Baugewerbe kräftiger (-2,2 %) zurück. Im ersten Quartal insgesamt erhöhte sich die Produktion im produzierenden Gewerbe demgegenüber beschleunigt um 1,2 %. Die industrielle Produktion expandierte mit der gleichen Rate. Sowohl die Vorleistungs-, die Investitions- als auch die Konsumgüterproduktion trugen hierzu bei. Die Impulse für die Industrieproduktion kamen dabei den Umsätzen zufolge sowohl aus dem Inland als auch aus Ländern außerhalb des Euroraumes.


Die privaten Konsumausgaben dürften nach der gedämpften Entwicklung im Jahresschlussquartal 2013 im ersten Quartal dieses Jahres das gesamtwirtschaftliche Wachstum wieder maßgeblich gestützt haben. Hierauf deutet vor allem die Umsatzentwicklung im Einzelhandel hin. Die Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz-Handel) haben sich im März zwar leicht abgeschwächt, im gesamten ersten Quartal lag das Umsatzvolumen in saisonbereinigter Rechnung aber um 1,3 % höher als im Vorquartal. Auch mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigen sich die Unternehmen des Einzelhandels recht optimistisch.


Die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich im Zuge des konjunkturellen Aufschwungs weiter. Die Frühjahrsbelebung hat spürbar eingesetzt, fällt aber auch hier wegen des zuvor milden Winters schwächer aus als gewöhnlich.


BMWi, Berlin