12.12.2013

BMWi, Berlin

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2013

Die deutsche Wirtschaft setzt ihren moderaten Wachstumskurs fort. Im dritten Quartal legte die gesamtwirtschaftliche Leistung um 0,3 % zu. Wie erwartet fiel das Wachstum schwächer aus als im Vorquartal, das durch witterungsbedingte Nachholeffekte gekennzeichnet war. Die Wachstumsbeiträge kamen im dritten Quartal ausschließlich von der Binnenwirtschaft. Insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen lieferten erneut einen kräftigen Impuls. Der Außenbeitrag dämpfte hingegen das Wachstum, da die Importe deutlich anstiegen, während die Exporte nahezu stagnierten. Aufgrund des Rückgangs der Erzeugung im produzierenden Gewerbe im Oktober ist für das Jahresschlussquartal allenfalls mit einem moderaten Wachstum zu rechnen.


Insgesamt haben sich aber die Rahmenbedingungen für einen stark binnenwirtschaftlich getragenen Aufschwung weiter verbessert. Allerdings bleiben beträchtliche, vornehmlich außenwirtschaftliche Risiken bestehen.


Das außenwirtschaftliche Umfeld hellt sich allmählich etwas auf. Die Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt, gemessen an der Weltindustrieproduktion, dennoch weniger dynamisch als in der Vergangenheit. Vielerorts bestehen strukturelle Probleme und die notwendigen Anpassungsprozesse bremsen weiterhin die wirtschaftliche Dynamik. Für das Welt-BIP rechnet der IWF für dieses und nächstes Jahr mit einem Wachstum von 2,9 % bzw. 3,6 %. Impulse kommen eher von den Industriestaaten. Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal um annualisiert 3,6 % gewachsen. Japans Konjunktur hat dagegen an Schwung eingebüßt. Sie wird weiter durch die expansive Wirtschaftspolitik getragen. Der Euroraum scheint sich langsam aus der Rezession gelöst zu haben. Das Wachstum in den Schwellenländern bleibt jedoch vergleichsweise verhalten. Frühindikatoren wie der globale Einkaufsmanagerindex oder der Frühindikator der OECD deuten insgesamt auf eine Fortsetzung der aktuellen Besserungstendenzen hin.


Die verhaltene Entwicklung wichtiger Absatzmärkte wirkt sich dämpfend auf den Außenhandel aus. Im Oktober sind die Warenausfuhren lediglich um 0,2 % gestiegen. Es zeichnet sich aber mittlerweile wieder ein leichter Aufwärtstrend ab. Die Einfuhren legten im selben Monat deutlich um 2,9 % zu. Ein klarer Trend ist hier nicht erkennbar. Seit Januar summieren sich die monatlichen Handelsbilanzüberschüsse auf knapp 166 Mrd. €, ein Plus von 4,6 Mrd. € gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für den Anstieg des Saldos war ausschlaggebend, dass sich die Einfuhren auf Jahresfrist um knapp 3 % verbilligten, während die Ausfuhrpreise in etwa unverändert blieben. Die Aufhellung der Exporterwartungen und die Auftragseingänge, die die Industrie aus dem Ausland erhält, deuten auf eine moderat steigende Exporttätigkeit hin.


Das produzierende Gewerbe ist nach den deutlichen Produktionszuwächsen im zweiten und dritten Quartal schwach in das Jahresschlussquartal gestartet. Im Oktober verringerte sich der Output um 1,2 %. Ein Brückentagseffekt dürfte hierzu beigetragen haben. In der Industrie fiel die Produktion um 1,1 % geringer aus, wobei sich insbesondere der Rückgang bei der Investitionsgüterproduktion bemerkbar machte. Ausgehend vom derzeitigen Produktionsniveau dürfte die Erzeugung in der Industrie aber wieder ausgeweitet werden. Hierauf deuten die vorlaufenden Indikatoren hin.


Der private Konsum dürfte angesichts anhaltend günstiger Rahmenbedingungen bei Beschäftigung und Einkommen ein wichtiger konjunktureller Impulsgeber bleiben. Dies gilt auch ungeachtet der im Oktober schwachen Entwicklung der Umsätze im Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen). So hat sich das Geschäftsklima im Einzelhandel im November deutlich aufgehellt. Auch die bereits recht optimistische Stimmung unter den Konsumenten konnte sich für Dezember leicht verbessern.


Die günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts setzt sich fort. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich im Oktober, gestützt durch die anhaltend starke Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, um saisonbereinigt 24 000 Personen. Die Erwerbstätigkeit setzte damit ihren langjährigen Aufwärtstrend fort.


BMWi, Berlin