11.02.2014

DuPont, Kapstadt

Die Bergbauindustrie ist im Umbruch

Eine der Kernherausforderungen der Bergbauindustrie besteht in der Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. In der Regel genießt die Wirtschaftlichkeit einen weit höheren Stellenwert als das soziale Engagement in den Gemeinschaften, die von dem Sektor betroffen sind. Obwohl das sogenannte Corporate Social Investment von der Bergbauindustrie immer als ein kritischer Faktor zitiert wird, werden selten wirklich konkrete Maßnahmen ergriffen, die einen spürbar positiven Effekt haben. In einem von Unsicherheit und Komplexität gekennzeichneten Umfeld stehen Führungskräfte der Bergbauindustrie unter dem Druck, immer wettbewerbsfähiger und agiler zu werden. Gleichzeitig wird von ihnen erwartet, dass sie auch externe Interessensgruppen in die Wertschöpfung mit einbeziehen.


Auf der African Mining Indaba 2014 stellte Simon Herriott, Geschäftsführer von DuPont Global Consulting Solutions, fest: „Es ist ganz offensichtlich, dass Bergbauunternehmen für die lokale Bevölkerung und Gemeinschaften den größtmöglichen Nutzen erzielen wollen und müssen. Dennoch bleibt die erfolgreiche Umsetzung dieser Zielvorgabe trotz einem verstärktem Engagement und einem besseren Verständnis der nachhaltigen Entwicklung schwierig.“


„Die nachhaltige Umsetzung dieser Ziele wird nur dann gelingen, wenn Führungskräfte anfangen, die Verantwortung gegenüber Aktionären mit den Anliegen von Interessengruppen und den Unternehmenserfolg mit sozialem Fortschritt ins Gleichgewicht zu bringen“, so Herriott weiter. „So können Führungskräfte Produkte bieten, die nicht nur den Anforderungen der Gemeinschaften gerecht werden, sondern auch den Erwartungen der Verbraucher und der Gesellschaft Rechenschaft tragen. Zur selben Zeit können sie auf diese Weise neue Märkte erschließen, Nachfrage schaffen und das Wachstum ankurbeln.


Herriott fügte hinzu, dass dieser Ansatz von dem Bewusstsein getragen wird, dass die Bergbauindustrie zu einem wirklichen Träger des positiven sozialen Wandels werden kann. Dem etablierten Eindruck, dass dieser Sektor nur an Profit um jeden Preis interessiert ist, müsse entgegengewirkt werden. Stattdessen sollte eine neue Vorgehensweise verfolgt werden mit der Absicht, den Ertrag, den das Unternehmen zusammen mit Interessengruppen aus der Gemeinschaft und Aktionären erzielt, zu teilen.


Um diesem Ideal gerecht werden zu können, muss der Sektor zwei Herausforderungen lösen – er benötigt eine leistungsstarke, produktive Belegschaft und alternative Energiequellen, um die steigenden Energiekosten abzufedern. Auch das Gleichgewicht zwischen Arbeitsplätzen und Mechanisierung zu schaffen ist für die Bergbauindustrie schon immer eine Herausforderung gewesen. Herriott ist überzeugt, dass die beste Lösung diejenige ist, die Ausbildungsmöglichkeiten und Bildungsprogramme den Geschäftsanforderungen der Zukunft anpasst.


„Nachhaltige Belegschaftsprogramme müssen gleichzeitig die Bereiche Schulungen als auch Ansprüche und Bedürfnisse der Gemeinschaften beinhalten. Große internationale Organisationen können von der engagierten Förderung von Ausbildungsmöglichkeiten profitieren. Wenn Fertigkeiten korrekt entwickelt werden, hat das einen direkten positiven Einfluss auf die Anforderungen des Unternehmens und kann gleichzeitig die lokalen Gemeinschaften engagieren.“


„Die Förderung kritischer Fertigkeiten und die Ausbildung in den Wissenschaften und Mathematik, um Jugendliche beispielsweise für Maschinenbau- oder Wirtschaftsingenieurwesen zu begeistern, ist ein Ansatz, der eine dauerhafte Wirkung haben kann. Er erlaubt Bergwerken dort Mechanisierung einzuführen, wo es notwendig ist, um Rentabilität zu gewährleisten und gleichzeitig den Vorteil gut geschulter und qualifizierter Mitarbeiter zu genießen.“


Ein kritischer Bestandteil dieses Prozesses ist eine Reduzierung des Energieverbrauchs sowie die Vermeidung eines unnötigen Verbrauchs an wertvollen Ressourcen. Dieser Ansatz verlangt nach einem nachhaltigen Engagement aller Interessengruppen und wird nicht über Nacht zustande kommen. Daher ist es erforderlich, dass die Bergbauindustrie zusammenarbeitet, um eine nachhaltige Lösung zu erzielen, schloss Herriott.


DuPont, Kapstadt