09.12.2013

Trumpf GmbH + Co. KG, Ditzingen

Deutscher Zukunftspreis für Trumpf und Partner

Der „Oscar unter den deutschen Innovationspreisen“ – der Deutsche Zukunftspreis – ist gestern Abend an ein Expertenteam von Trumpf, Bosch und der Universität Jena gegangen. Bundespräsident Joachim Gauck übergab den Preis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Berlin an Dr. Jens König (Bosch), Dr. Dirk Sutter (Trumpf) und Prof. Stefan Nolte (Universität Jena). Die drei Forscher haben ultrakurze Laserpulse zu einem neuen Werkzeug für die industrielle Massenfertigung gemacht. Verblüffende Eigenschaften und kaum eingrenzbare Einsatzmöglichkeiten zeichnen die prämierte Technologie aus: Der Ultrakurzpulslaser, der während eines Wimpernschlags bis zu 24.000 Pulse mit enormen Spitzenleistungen aussendet, bearbeitet schonend, präzise und sehr produktiv nahezu jedes Material. Er bohrt haarfeine Löcher in Metalle, schneidet medizinische Gefäßstützen aus Polymerröhrchen oder bruchfeste Displaygläser für Smartphones, strukturiert Oberflächen von Dünnschicht-Solarzellen und trennt hauchdünne Kunststofffolien, spröde Keramikteile, ja sogar Diamanten.


„Wir haben mit dem Ultrakurzpulslaser die Tür in einen Raum aufgestoßen, von dem wir noch längst nicht sagen können, wie groß er ist und wie er im Einzelnen aussieht“, sagt Dr. Peter Leibinger, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Trumpf-Gruppe und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik/ Elektronik. „Deshalb ist die Mikrobearbeitung mit derartigen Lasern eine Fertigungstechnik der Zukunft – und deutsche Unternehmen sind dabei weltweit führend. Diese industriepolitische Relevanz unserer gemeinsamen Innovationen sehen wir mit dem Deutschen Zukunftspreis gewürdigt, weshalb wir sehr stolz auf die Auszeichnung sind“, so Leibinger.

Der Bundespräsident zeichnet die Ultrakurzpulslaser in einer entscheidenden Phase aus. Ihre Industrietauglichkeit haben sie in den hochrationalisierten Dreischichtfertigungen verschiedenster Hersteller längst bewiesen, wo sie Millionen von Produkten gleichbleibender Qualität und Präzision bearbeiten. Inzwischen dringt die Technologie in immer neue Bereiche der Großserienfertigung vor und verdrängt dabei konventionelle Methoden wie das mechanische Bohren, das Erodieren oder das chemische Ätzen. Aber auch ganz neue Produkte, die bisher gar nicht herstellbar waren, werden mit dem Ultrakurzpulslaser möglich.


„Ich gehe davon aus, dass die Stückzahlen in Zukunft weiter steil steigen werden, denn die Technologie bietet für viele Anwendungsfelder große Vorteile“, sagt der Preisträger Dr. Dirk Sutter, der die Erforschung und Entwicklung der Ultrakurzpulslaser bei der Trumpf Laser GmbH + Co. KG in Schramberg leitet.  Das Besondere: Der Prozess bringt keine Wärme in das Material ein und hinterlässt keine Rückstände. Denn er erhitzt es nur lokal und so stark, dass es herausgeschleudert wird und verdampft, bevor die Wärme in die Umgebung dringt. So lassen sich feinste Bereiche in der Größe von nur wenigen Mikrometern abtragen – ohne Schmelzreste, ohne Wärmeeinflusszone und damit ohne Nachbearbeitungsbedarf.


Bei Trumpf baut man derweil schon an der nächsten Generation von Ultrakurzpulslasern: Femtosekundenlaser mit noch kürzerer Pulsdauer sollen die Vorteile dieser Technologie in noch kleinere Strukturen übersetzen und damit für noch mehr Einsatzzwecke interessant machen. Die Entdeckung der Möglichkeiten hat also gerade erst begonnen.


Trumpf GmbH + Co. KG, Ditzingen