15.11.2013

DIHK, Berlin

DIHK erwartet für die neuen Länder nur 1,2 % Wachstum

Die Wirtschaftsentwicklung fällt in Ostdeutschland weniger günstig aus als in den alten Bundesländern. Das ermittelte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer neuen Sonderauswertung seiner Konjunkturumfrage Herbst 2013. "Die Wirtschaft in den neuen Bundesländern kämpft auch 2014 um Anschluss", fasste DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse gegenüber „Super Illu“ zusammen. Das Wachstum in Ostdeutschland werde 2014 mit 1,2 % schwächer ausfallen als in den alten Ländern (1,7 %). Im laufenden Jahr reiche es nur knapp für eine schwarze Null, während Gesamtdeutschland mindestens um 0,3 % zulegen soll.


Einen zentralen Faktor, der die Wirtschaft in den neuen Ländern merklich bremst, sieht Wansleben in der demografischen Entwicklung: "Eine schrumpfende Bevölkerung bedeutet für Händler weniger Kunden, für Restaurants weniger Gäste und für die Wirtschaft insgesamt weniger Fachkräfte", erläuterte er. "Dennoch bleibt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen auch 2014 hoch, und die Arbeitslosigkeit sinkt weiter."


Alles in allem rechnet der DIHK für Ostdeutschland mit etwa 40 000 neuen Stellen. Zum Vergleich: Den alten Ländern prognostiziert er mehr als 200 000 zusätzliche Jobs. "Allerdings setzt der Fachkräftemangel gerade in den neuen Ländern Grenzen", relativierte Wansleben die Aussichten. "Überdurchschnittlich viele Unternehmen haben hier Befürchtungen." 38 % der Befragten in den neuen Ländern (Gesamtdeutschland: 36 %) hätten den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko genannt – das sei der höchste Wert seit Befragungsbeginn vor über drei Jahren.


Als erfreulich bewertet der DIHK-Hauptgeschäftsführer, dass die Investitionsbereitschaft im Osten in Gang komme. Dennoch blickten die Unternehmen in den neuen Ländern derzeit mit weniger Zuversicht auf die nächsten Monate als die Betriebe in den anderen Regionen.


"Ihre Exporterwartungen sind vorsichtiger", so Wansleben. Die Ostwirtschaft sei ohnehin weniger ausfuhrorientiert, sodass ihr eine Belebung der Auslandsnachfrage in geringerem Maße zugute komme. "Die Exportlücke bleibt somit vorerst bestehen", konstatierte er. "Zudem spitzt sich das Risiko Energie- und Rohstoffpreise gerade für den Osten weiter zu." Während sich die Rohstoffpreisentwicklung an den Weltmärkten derzeit entspanne, müsse die heimische Wirtschaft die steigenden Energiepreise stemmen. Und: "Als Zusatzlast müssen die Verbraucher im Osten noch die höheren Netzentgelte tragen."


DIHK, Berlin