19.02.2014

PwC, Frankfurt

China treibt M&A im Maschinen- und Anlagenbau voran

Chinesische Unternehmen und Investoren haben die globalen M&A-Aktivitäten im Maschinen- und Anlagenbau 2013 wesentlich vorangetrieben. Allein im vierten Quartal schlossen chinesische Käufer 17 Deals (ab 50 Mio. US-Dollar) weltweit ab. Damit konnte China im Jahr 2013 seine M&A-Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppeln, wie aus einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht. Bezogen auf das Gesamtjahr waren chinesische Firmen und Investoren an 20 % aller Deals beteiligt, dies ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Allerdings zielten die Transaktionen überwiegend auf den heimischen Markt.


Die Konsolidierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung im Maschinenbausektor haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der asiatisch-pazifische Raum im abgelaufenen Jahr die meisten M&A-Aktivitäten aufweist und damit Nordamerika vom ersten Platz verdrängt. „Kurz- bis mittelfristig ist in China weiterhin mit einem hohen Anteil an inländischen Deals zu rechnen, da die chinesische Regierung weiterhin an ihrem Konsolidierungskurs zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie festhält. Aus diesem Grund erwarten wir in naher Zukunft lediglich gezielt ausgewählte grenzüberschreitende Transaktionen“, kommentiert Christian Knechtel, Partner und PwC-Transactions-Experte. Bereits 2013 war der Anteil grenzüberschreitender Deals in der Region Asien-Pazifik mit 38 % relativ gering – seit 2005 war nur in einem Jahr ein noch niedrigerer Wert zu verzeichnen.


Der Gesamtwert der Transaktionen im Maschinen- und Anlagenbau konnte im letzten Quartal des Jahres 2013 nicht an die Ergebnisse des Vorquartals anknüpfen. Das Volumen aller Deals erreichte trotz zweier Megadeals, d.h. Transaktionen mit einem Volumen von über 1 Mrd. US-Dollar, mit 9,7 Mrd. US-Dollar den niedrigsten Stand seit Anfang  2010. Am Ende des Jahres verzeichnete die Branche somit 152 abgeschlossene und angekündigte Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 59,7 Mrd. US-Dollar. Gemessen an der absoluten Anzahl der Deals ist es der zweite Rückgang in Folge seit 2011.


Für das abgelaufene Jahr stehen insgesamt 13 Megadeals zu Buche, die überwiegend im Bereich Maschinenbau angekündigt und zum Teil abgeschlossen wurden. Bei dem größten Deal des Jahres mit einem Wert von 9,3 Mrd. US-Dollar übernahm die US-amerikanische Applied Materials Inc - weltgrößter Hersteller und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Halbleiterindustrie - das japanische Unternehmen Tokyo Electron Ltd. Europäische Unternehmen waren an acht Megadeals beteiligt. 


„Die M&A-Aktivitäten im Maschinen- und Anlagenbau wurden im letzten Quartal des Jahres 2013 von der wirtschaftlichen Unsicherheit auf den entwickelten Märkten gedämpft, weshalb das hohe M&A-Volumen von 2012 nicht erreicht werden konnte. Mit einem Gesamtwert der Transaktionen in Höhe von 59,7 Mrd. US-Dollar näherte sich der Wert jedoch leicht den Zahlen von 2011 an“, betont Knechtel. Im Jahr 2012 gab es im Maschinen- und Anlagenbau weltweit 165 Deals im Gesamtwert von 84,8 Mrd. US-Dollar, 2011 waren es 171 Deals und 65,5 Mrd. US-Dollar.


Sowohl die absolute Zahl als auch der Anteil an der Gesamtzahl der Transaktionen mit Beteiligten aus der Eurozone stiegen im Schlussquartal 2013 gegenüber dem Vorquartal leicht an. Das Transaktionsvolumen mit Beteiligten aus der Eurozone belief sich im vierten Quartal auf 2,2 Mrd. US-Dollar. Trotz des leichten Anstiegs der M&A-Aktivitäten mit europäischer Beteiligung ist weiterhin eine Zurückhaltung bei den europäischen Investoren festzustellen. Trotzdem bleibt der europäische Raum aufgrund vieler Unternehmen mit fortgeschrittener Technologie und hoher Ingenieurskunst attraktiv für internationale Investoren.


„Im Ganzen gesehen können wir auf ein Jahr 2013 mit Höhen und Tiefen zurückblicken. Chinas Aufstieg und das Potenzial der hoch angesehenen europäischen Unternehmen dieser Branche lassen jedoch ein Anziehen des Transaktionsmarkts in den kommenden Quartalen erwarten", kommentiert Martin Theben, Partner und Leiter des PwC-Bereichs Industrielle Produktion.


PwC, Frankfurt