27/11/2013

Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung mbH, Heroldsberg

CEO-Image bewertet

Daimler-CEO Dieter Zetsche belegt den Spitzenplatz der Reputation unter den CEOs großer deutscher Unternehmen. Dies ist die Ansicht von Wirtschaftsjournalisten, die im November 2013 vom Wirtschaftsforschungsinstitut Dr. Doeblin befragt wurden. Die CEOs von BMW und VW, Norbert Reithofer und Martin Winterkorn, runden mit ihren Spitzenplatzierungen die Dominanz der Auto-CEOs ab. Für Zetsche sprechen aus Sicht der Journalisten vor allem seine Offenheit gegenüber den Medien und die sympathische Persönlichkeit. Er gilt als „Automann durch und durch“, der in schwierigem Marktumfeld Daimler auf Kurs führt“. Auch für seine „Kompetenz und Persönlichkeit“ sowie seinen „Strategischen Weitblick“ – bislang aus Sicht der Wirtschaftspublizistik bei Zetsche eher vermisst – kann er Lob einheimsen.


Gegenüber der Frühjahrsumfrage des Instituts verbessert sich Norbert Reithofer sehr deutlich, der bei allen Reputationsindikatoren in der CEO-Spitzengruppe abschneidet. Vor allem seine strategischen Entwürfe finden bei den Journalisten Anerkennung. Er gilt als „Visionär“ und „herausragender Stratege“, dem es gelingt, trotz der „hohen PS-Zahlen unter der Haube“ BMW ein „grünes Image“ zu verpassen.


Martin Winterkorn erhält von den Journalisten Spitzennoten für „Kompetenz und Persönlichkeit“ sowie für den „Strategischen Weitblick“. Die Journalisten halten ihm zugute, VW vom „biederen Image“ aus zu einem der größten Autokonzerne geführt zu haben, der sich trotz seiner strategischen Aufgaben „im Detail um die Modelle von VW kümmert und nichts dem Zufall überlässt“. Seinen Spitzenplatz vom Frühjahr 2013 in der Gesamt-Reputation kann Martin Winterkorn allerdings nicht verteidigen: dafür sorgt vor allem seine schlechtere Einstufung beim Indikator „Offener Umgang mit den Medien“. Immerhin – mancher Journalist schätzt seinen Stil: „Er ist kein meet-and-greet-Typ und kein Schwätzer“.


Hinter den drei Auto-CEOs können sich Wolfgang Reitzle/Linde (geschätzt wegen seines „Strategischen Weitblicks“) und René Obermann/Deutsche Telekom (Lob für den „Offenen Umgang mit den Medien“) platzieren. Das Gesamtergebnis des scheidenden Telekom-Chefs wird allerdings durch eine nur mittelmäßige Beurteilung seines strategischen Weitblicks getrübt. Er hinterlässt seinem Nachfolger wohl – so die Einschätzung der Journalisten – viel Spielraum für eine strategische Neu-Orientierung. Respektable Ergebnisse in der Umfrage erzielten Bahn-Chef Rüdiger Grube für seine mediale Offenheit (möglicherweise eine Fernwirkung seines öffentlichen Engagements bei den Mainzer Stellwerk-Problemen) und der neue Siemens-CEO Joe Kaeser, der vielen Wirtschaftsjournalisten von seiner CFO-Vergangenheit her gut vertraut ist („konfrontativ, ergebnisfokussiert“).


Auch Jürgen Fitschen/Deutsche Bank zeigt sich in der Umfrage gut erholt von den schlechten Noten in der Frühjahrsumfrage. Er gewinnt – gegenüber dem Frühjahr 2013 – deutlich an Wertschätzung der Journalisten für seine „Kompetenz und Persönlichkeit“ („Banker der alten Schule mit ethischen Grundüberzeugungen“). Auch seine Sympathiewerte haben sich markant verbessert. Unverändert sind aber viele Journalisten noch nicht von seinen strategischen Konzepten überzeugt. Schlechtere Reputationswerte als noch im Frühjahr 2013 erhält Commerzbank-CEO Martin Blessing. Die Journalisten kreiden ihm an, sich weniger offen gegenüber den Medien zu zeigen. Auch für „Kompetenz und Persönlichkeit“ und für seine strategischen Konzepte erhält er deutlich weniger Lob als in der Vergangenheit.


Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung mbH, Heroldsberg