20/01/2016

Aumund Fördertechnik GmbH, Rheinberg

Aumund-Spezialförderer übernimmt Transport von heißem DRI bei Tosyali

Wachsende Marktanteile für die Division Metallurgie der Aumund Fördertechnik GmbH: Ende August 2016 soll an das neue Stahlwerk Tosyali (Algerien) ein neuer Aumund-Spezialförderer zum Transport von Hot DRI ausgeliefert werden. In Algerien wird ein Förderer des Typs BZB-H-I 900 mit einer Länge von 116 m zum Einsatz kommen. Die Förderleistung ist für 323 t/h heißes DRI bei einer Materialtemperatur von 750 °C ausgelegt.


Ausschlaggebend für die Auftragserteilung an die Aumund Fördertechnik war die technische Lösung: Aumund setzt in Algerien auf den Einsatz eines patentierten Becherzellenbandes. Die verbesserte Abdichtung schützt das zu transportierende Material komplett vor Umgebungseinflüssen. Das Inertsystem verhindert so die Reoxidation des hochreaktiven Schüttgutes und ermöglicht den Transport des Eisenschwammes ohne Verlust des hohen Metallisierungsgrades. „Für die Produktion der gleichen Menge Stahl ist so ein wesentlich geringerer Energieeintrag im Lichtbogenofen notwendig, die Abstichzyklen verringern sich und die Produktivität steigt um bis zu 20 %“, so Aumund-Projektleiter Frank Reddemann. Der Aumund Spezialförderer wird als Verbindung zwischen dem Midrex-Schachtofen und einem Elektrolichtbogenofen zum Transport von HDRI eingesetzt.


Tosyali baut in Bethioua (Algerien) mit Unterstützung von Midrex das weltweit größte Werk zur Produktion von DRI. Die neue Midrex-Direct Reduction Anlage wird eine Produktionskapazität von 2,5 Mio. t DRI haben. Wahlweise wird voraussichtlich ab Ende 2016 ohne Einschränkung des laufenden Produktionsbetriebes HDRI oder CDRI produziert.


Der Transport von heißem DRI (HDRI) zum Lichtbogenofen hat zwei wesentliche Vorteile: Der Bedarf an spezifischer, elektrischer Energie sinkt, die Produktivität wächst deutlich. Die Energieeinsparung wird erreicht, weil im Lichtbogenofen deutlich weniger Energie benötigt wird, um das DRI zu schmelzen.


„Im Vergleich zur Kaltchargierung führt der Transport von HDRI außerdem zu einem bis zu 6 % geringeren Elektrodenverbrauch. Die Tap-to-Tap-Zeiten werden kürzer, der Bedarf am Primärenergieträger Kohlenstoff wird reduziert, damit werden auch die CO2-Emissionen gesenkt“, beschreibt Frank Reddemann den Prozess. Bei einer Eintragstemperatur des HDRI von ca. 600 °C beträgt die Energieeinsparung über 120 kW/t flüssigem Rohstahl.


Aumund Fördertechnik GmbH, Rheinberg