20.12.2013

ifo Institut, München

Aufschwung ins nächste Jahr verschoben

Die Aussichten auf den Aufschwung in Ostdeutschland (mit Berlin) und Sachsen haben sich ins kommende Jahr verschoben. Preisbereinigt dürfte das ostdeutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2013 nur um 0,2 % gestiegen sein. 2014 wird der Zuwachs voraussichtlich bei 1,6 % liegen. Diese Zahlen stellte der stellvertretende Geschäftsführer der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts, Prof. Dr. Joachim Ragnitz, am 19. Dezember vor. „Die hochwasserbedingten Wiederaufbaumaßnahmen liefen später an, als zunächst erwartet“, betonte Ragnitz. „Das trägt einen großen Teil der Wertschöpfung ins nächste Jahr“.


Insgesamt folgt der konjunkturelle Verlauf Ostdeutschlands (mit Berlin) der gesamtdeutschen Entwicklung, jedoch mit Verzögerung. Anders als in Westdeutschland konnten die witterungsbedingten Produktionsausfälle des ersten Halbjahres aufgrund des Hochwassers vom Juni 2013 noch nicht ausgeglichen werden. Auch der hochwasserbedingte Wiederaufbau selbst lief langsamer an als im Sommer unterstellt. Im Jahr 2014 hingegen befeuern neben der robusten Konsumgüternachfrage auch die Belebung des Außenhandels und eine Steigerung der Nachfrage nach Investitionsgütern den Aufschwung.


Sachsen spürt den Aufschub der Produktion auf Grund der spezifischen Wirtschaftsstruktur im Freistaat noch deutlicher; die sächsische Industrie schwächelte in der ersten Jahreshälfte besonders stark. Die Konjunkturexperten des ifo Instituts erwarten daher für 2013 eine Stagnation der gesamtwirtschaftlichen Produktion im Freistaat. Im Jahr 2014 dürfte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt dann aber um 1,8 % steigen.


Trotz des Produktionsausfalls stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Ostdeutschland und Sachsen im Jahresverlauf kontinuierlich an. Der Beschäftigungsaufbau wird sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Jedoch dürften es ostdeutsche Unternehmen aufgrund der demografischen Rahmenbedingungen zunehmend schwieriger haben, frei werdende Stellen zu besetzen.


ifo Institut, München