14.11.2013

DIW Berlin, Berlin

Aufschwung der deutschen Wirtschaft weiterhin zögerlich

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen. „Die Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort, das moderate Plus im dritten Quartal und die zuletzt etwas schwächere Entwicklung in der Industrie deuten aber auf eine weiterhin nur zögerliche Erholung hin“, sagt Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Die Produktionskapazitäten bleiben bis auf weiteres unterausgelastet; in diesem Umfeld sind nur mäßige Preissteigerungen zu erwarten.


Allerdings dürfte die Konjunktur weltweit, vor allem in den USA, zunehmend Fahrt aufnehmen und den deutschen Export anschieben. „Die zunehmenden Impulse aus dem Außenhandel werden auch eine dynamischere Investitionstätigkeit nach sich ziehen“, so DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Auch wenn die Investitionstätigkeit ihr Tief durchschritten hat, bleibt sie unter dem Strich verhalten. An dieser Stelle ist auch die Politik gefragt: Neben stärkeren öffentlichen Investitionen, etwa im Bereich der frühkindlichen Erziehung, müssen nach Ansicht des DIW Berlin die Rahmenbedingungen für private Investitionen in Deutschland verbessert werden. So belastet derzeit etwa die Planungsunsicherheit im Zuge der Energiewende die energieintensive deutsche Industrie.


Die anhaltend gute Arbeitsmarktlage spricht dafür, dass der private Konsum im weiteren Verlauf merklich zum Wachstum beitragen wird. „Damit die kräftigen Lohnsteigerungen tatsächlich zu einer dynamischeren Binnennachfrage führen, müssen die Menschen aber auch netto mehr in der Tasche haben“, so Junker weiter. Ein Abbau der kalten Progression und die Senkung der Beitragssätze zur Sozialversicherung könnten dazu beitragen. Dies würde auch die Importe ankurbeln und den Handelsbilanzüberschuss reduzieren.


DIW Berlin, Berlin