17.06.2014

IW Köln, Köln

Arbeitskosten könnten in Deutschland wieder steigen

Die Arbeitskosten in Deutschland sind 2013 nicht mehr so stark gestiegen wie in den Vorjahren. Damit dürfte es aber im laufenden Jahr wieder vorbei sein. Große Kostenunterschiede bestehen nach wie vor zwischen West- und Ostdeutschland. Das zeigt die Studie "Die Struktur der Arbeitskosten in der deutschen Wirtschaft", die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) jetzt vorgelegt hat.


Für einen Vollzeitbeschäftigten im westdeutschen produzierenden Gewerbe haben sich die Arbeitskosten im vergangenen Jahr um 1,8 % auf 62 290 € erhöht. In Ostdeutschland sind sie nur um 0,9 % gestiegen und liegen mit 40 890 € pro Vollzeitbeschäftigten rd. 30 % unter dem westdeutschen Niveau. Auch bei den Dienstleistungsbranchen, die über den Vorleistungsverbund besonders eng mit der Industrie verknüpft sind, zeigen sich deutliche Abweichungen. So müssen Finanzdienstleister wie Banken oder Versicherungen für einen Beschäftigten im Schnitt fast 80 000 € im Jahr auf den Tisch legen. Beim Handel und im Verkehrsbereich sind es dagegen nur rd. 45 600 € bzw. knapp 44 000 €.


Die Arbeitskosten setzen sich aus Lohn und Gehalt sowie den Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung und zur betrieblichen Altersvorsorge zusammen und sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Das gilt besonders für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland, das intensiv im globalen Wettbewerb steht. Schon seit geraumer Zeit befindet sich die Bundesrepublik zusammen mit den skandinavischen Ländern, Belgien, der Schweiz und Frankreich in der Spitzengruppe jener Länder, die besonders hohe Arbeitskosten ausweisen.


Für das Jahr 2014 ist keine Besserung in Sicht. Zwar bleiben die Beiträge zur Sozialversicherung unverändert. Doch deuten die bisherigen Tarifabschlüsse auf Lohnerhöhungen hin, die bei durchschnittlich 3 % liegen. Die Arbeitskosten in Deutschland werden also weiter steigen.


IW Köln, Köln