07.04.2014

AWL-Techniek, Harderwijk

Anspruchsvolle Schnittstelle für Beschichtungsanlage entwickelt

Wie automatisiert man eine gebrauchte Pulverbeschichtungsanlage? Diese Frage stellte ein niederländischer Kunde Anfang 2013 dem Unternehmen AWL-Techniek. AWL nahm die Herausforderung an und baute die gesamte Schnittstelle für die Anlage. Die 600 m lange Pulverbeschichtungsanlage besteht aus einer Power & Free Laufschiene mit angebauten Traversen von 17 m Länge. An den Traversen sind Haken angebracht, um die Platten aufzuhängen, die von 600 bis 2 500 mm Länge variieren. Die P&F Schiene führt die Platten durch die Beschichtungsstation. Hierbei handelt es sich um einen mehrstündigen Prozess. Der erste Eigentümer arbeitete mit einer manuellen Zuführung und Entnahme, allerdings forderte der neue Betreiber eine komplette Automatisierung dieser Prozesse.


Das war eine besondere Herausforderung für AWL, da das zu beschichtende Produkt verschiedene Ausführungen umfasst. Die 17 m langen Traversen bewegen sich jetzt dynamischer innerhalb des Roboterbereichs, da AWL die Steuerung über das P&F System übernommen hat. Das erforderliche Maß an Dynamik und Genauigkeit ist hoch, was bedeutet, dass auch seitens des Roboters hohe Genauigkeit gefordert wird.


AWL hat einen kontinuierlichen Bearbeitungsprozess geschaffen. Zwei Drehtische, die mit Gabelstapler beschickt werden, drehen die Platten zum ersten Roboter hin. Dieser Roboter befestigt alle 10 s eine Platte an einem Haken. Nach 5 Platten fährt die Traverse an der Plattenbreite entlang und hängt die nächsten 5 Platten auf. Wenn die gesamte Traverse belegt ist, fährt sie zur Beschichtungsstation weiter. Nach dem Beschichten der Platten nimmt sie ein Roboter von den Haken und setzt sie auf Paletten. Anschießend ersetzt ein Roboter für die Hakenverwaltung einen der Haken. Aus Gründen der Leitfähigkeit ist es von äußerster Wichtigkeit, dass einer der beiden Haken jederzeit sauber ist. Dieser Roboter sorgt dafür, dass die Haken stets auf der korrekten Position stehen.


AWL ist zwar für die Integration von Schweißarbeitsabläufen bekannt, allerdings umfasst dieses Projekt ‚nur‘ Handlingaufgaben. Dennoch ist dies eine Aufgabe auf Spitzenniveau. Das Zusammenfügen einer hochentwickelten Maßanfertigung mit der korrekten HMI bedeutet, dass eine der größten Pulverbeschichtungsanlagen Europas durch lediglich zwei Gabelstaplerfahrer bedient werden kann.


Diese Aufgabe für AWL-Techniek führte zu einem Folgeauftrag und nach Begutachtung dieses Projekts hat ein weiteres Unternehmen ebenfalls Interesse gezeigt. In den vergangenen fünf Jahren erhielt AWL die meisten seiner Aufträge aus dem Automobilsektor. Dennoch vertritt AWL nach wie vor die Meinung, dass die weiterführende Investition in die allgemeine Blech verarbeitende Industrie von hoher Bedeutung ist. Die Vielfalt der Maschinen und damit die Komplexität macht die Aufgaben für diesen Industriezweig interessant und lehrreich.


AWL-Techniek, Harderwijk