04/06/2014

SMS group, Düsseldorf

Acroni bestellt zwei Öfen und Quench zur Wärmebehandlung von Grobblech

Der slowenische Stahlhersteller Acroni hat SMS Siemag mit der Lieferung einer Wärmebehandlungslinie für Grobblech und der Modernisierung einer Edelstahl-Glüh- und Beizlinie beauftragt. Innerhalb der Wärmebehandlungslinie installiert SMS Siemag erstmals die neu entwickelte MultiFlex-Quench, die eine besonders große Flexibilität und hohe Kühlleistungen bei der Wärmebehandlung von Grobblech bietet. Acroni, ein Unternehmen der Slovenian Steel Group (SIJ), ist ein hochspezialisierter Nischenanbieter mit Schwerpunkt auf Blechen und Bändern aus Rostfrei-Güten, Werkzeugstählen, abriebfesten Stählen und HSLA-Güten. Mit der neuen Wärmebehandlungslinie kann Acroni sein Produktportfolio weiter ausbauen.


Die neue Wärmebehandlungslinie ist für Bleche von drei bis 100 mm Dicke ausgelegt. Das Werkstoffspektrum umfasst unter anderem hochfeste Kohlenstoffstähle, Rostfrei- und Werkzeugstähle sowie eine Reihe von Sondergüten. SMS Siemag liefert für die neue Linie einen Rollenherdofen zum Härten und Normalisieren, eine Quette in MultiFlex-Bauart und einen Rollenherdofen zum Anlassen sowie sämtliche Nebenanlagen. Diese umfassen unter anderem den kompletten Blechtransport, die gesamte Wasserwirtschaft sowie die Automation der Systeme.


Der Härteofen verfügt über zwei Kammern, in denen die Bleche unter einer Stickstoff-Schutzgasatmosphäre geglüht werden. Die Beheizung auf maximal 1 100 °C erfolgt indirekt mit Strahlheizrohren.


Die innovative MultiFlex-Quench zeichnet sich durch eine besonders große Flexibilität aus. Anders als bei anderen Quetten kann durch die Verwendung mehrerer Düsensysteme ein extrem breites Spektrum an Abkühlraten vom schroffen Abschrecken bis zum sanften Abkühlen dargestellt werden. Dadurch sind flexible Kühlmuster für eine große Bandbreite unterschiedlicher Stahlsorten möglich. Abquetschrollen fixieren das Blech und sorgen damit auch bei hohen Kühlraten für eine gute Blechebenheit. Nach der MultiFlex-Quench können die Bleche in einem offen beheizten Rollenherdofen bei Temperaturen zwischen 400 und 800 °C angelassen werden.


Ziel der Modernisierung der Glüh- und Beizlinie ist die Reduzierung der Umweltbelastung bei der Herstellung von Bändern aus nichtkornorientierten Siliziumgüten (NGO, bis 2,4 % Si-Gehalt), Kohlenstoffstählen und ferritischen Edelstählen. Um dies zu erreichen, wird die chemische Beize durch eine rein mechanische Entzunderung in Verbindung mit einer Bürstvorrichtung ersetzt. Durch den Wegfall der chemischen Entzunderung und der damit verbundenen Säureaufbereitung im Sprührostverfahren wird das Acroni-Werk deutlich umwelt­freundlicher. Die Modernisierung der Glüh- und Beizlinie schließt weiterhin eine neue Automation, neue Antriebe und den Einbau von Bandzentriereinrichtungen, Umlenk- und Stützrollen ein. Alle Maßnahmen sind so geplant, dass nur minimale Bauarbeiten notwendig sind und damit kurze Stillstände und eine schnelle Inbetriebnahme erreicht werden. Der Auftrag wird gemeinsam von SMS Siemag in Deutschland und SMS Innse (Italien) abgewickelt. Die Inbetriebnahme im Werk in Jesenice (Slowenien) ist für 2016 geplant.


SMS group, Düsseldorf