07.07.2014

BIAS, Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH

15. Bundesfinale sieht Bremer Teams vorne

Beim 15. Bundesfinale „Stahl fliegt“ hatten die Bremer Flieger aus Stahl die Nase vorn – die vorderen Plätze unter 14 Teams gingen an Bremer Teams. Platz eins holte sich das Team des Bremer Instituts für Strukturmechanik und Produktionsanlagen (BIME) und Platz zwei ging an das Team des Bremer Instituts für angewandte Strahltechnik GmbH (BIAS). Platz drei belegte die Mannschaft der Universität Kassel II. Der Innovationspreis für einen neuen, mutigen Ansatz bei der Antriebstechnik ging an das Team der TU Darmstadt, die mit ihrem „Stählernen Baron“ zwar nicht die besten Flugzeiten erreichten, aber mit einem Propellerantrieb das Lob der Jury einheimsten. Die 15. Ausgabe des Wettbewerbs für Studierende fand am 3. Juli 2014 in der für Flugversuche idealen ÖVB-Arena statt. Ausrichter war das BIAS – Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH. Budget und weitere Unterstützung erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Verein der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V. (FOSTA).


Rainer Salomon von der FOSTA ließ es sich nicht nehmen, den Gewinnern des Wettbewerbs Urkunde und Glückwünsche auszusprechen. Bei fünf Flugversuchen aus dem zweiten Rang der ÖVB-Arena (etwa10 Meter Abwurfhöhe) erreichte ihr Stahlflieger eine durchschnittliche Flugzeit von 22,9 s.


Das Team des BIAS schaffte es, ihr Fluggerät im Schnitt 19,45 s in der Luft zu halten. „Leider landete unser Flieger beim ersten Versuch an der Wand, aber wir haben uns steigern können und sind nur knapp am Sieg vorbeigeflogen“, sagte Marco Krüger, der zusammen mit Annika Bohlen, Hauke Hansen und Lukas Heinrich für das BIAS an den Start ging. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des BIAS, Heiko Brüning, unterstützte das Quartett mit fachlichem Rat. „So ein Wettbewerb macht besonders Spaß, denn man kann den Verlauf der Flugzeugentwicklung, aber auch die Entwicklung der Studierenden beobachten und sich letztlich mit Gleichgesinnten messen“, so Brüning. Des Weiteren sei es gut, dass sich bei so einer Arbeit zwei unterschiedliche Studiengänge, Wirtschaftsingenieurwesen und Systemtechnik, miteinander verbinden ließen, meinte der Ingenieur.


Und beim Bau der Flieger galten strenge Regeln. Wie der Name der Veranstaltung schon vermuten lässt, durften die Flieger nur aus Stahl beziehungsweise aus jedem metallischen Werkstoff, der mehr als 70% Eisenanteil aufweist, bestehen. Um Abfluggewichte von unter 50 g zu erreichen, bedienten sich die Wettbewerber dünner Stahlfolien. Magnete als Fügemittel waren erlaubt, Klebstoff – also ein Kunststoff – war nur zum Verbinden von Bauteilen und zu Reparaturzwecken gestattet. Zudem durfte der Flieger nicht größer als 1 m3 und nicht schwerer als 400 g sein. Ein halbes Jahr bauten die angehenden Ingenieure an ihren Fliegern. „Wir haben nach den ganzen technischen Versuchen und Prototypen letztlich auf Leichtigkeit gesetzt und unseren Wettkampfflieger innerhalb einer Woche gebaut“, erklärt Hauke Hansen vom Team BIAS.


Der Geschäftsführer des BIAS, Professor Dr. Frank Vollertsen, sieht den Wettbewerb als wichtige Entwicklungsmöglichkeit für die jungen Menschen: „Teamwork ist ein Soft Skill, den man heute als Ingenieur benötigt und genau dies wird bei so einem Wettbewerb trainiert“. Vollertsen saß zusammen mit den Kollegen Professor Dr. Hans-Werner Zoch und Professor Dr. Ekkard Brinksmeier vom IWT, Rainer Salomon von der FOSTA und Dirk Rosenstock vom Institut für Bildsame Formgebung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen in der Jury. Rosenstock war bereits das vierte Jahr in Folge der Bundeskoordinator des Wettbewerbs. „Hier bekommen die Studierenden die Gelegenheit, ein eigenes Projekt mit eigenem Budget zu realisieren, und können sich kreativ entfalten; das gefällt mir sehr gut“, sagte er.


BIAS, Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH