05.02.2014

DIHK, Berlin

"Die Konjunktur ist auf Kurs"

Trotz der Zusatzlasten, die sich am Politikhorizont abzeichnen, wächst die Zuversicht der deutschen Unternehmen zu Jahresbeginn erneut. Vor dem Hintergrund seiner jüngsten Konjunkturumfrage hebt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Wachstumsprognose für 2014 auf 2,0 % an. "Die Konjunktur ist auf Kurs", fasste DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, die er heute gemeinsam mit DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann in Berlin vorstellte. "Die wirtschaftliche Erholung kommt weiter voran."


Die Sorge um Nachfragerückschläge lasse weiter nach, berichtete Wansleben. Das aufgehellte internationale Umfeld biete besonders für die Industrie wieder bessere Geschäftsperspektiven. Die Investitions- und Beschäftigungsabsichten würden allerdings nur leicht ausgeweitet: "So fahren viele Branchen, die künftig vom Mindestlohn unmittelbar betroffen sind, ihre Einstellungspläne sogar zurück."


Insgesamt erhöht der DIHK seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 2,0 %, nachdem die Einschätzung im Herbst 2013 noch bei 1,7 % gelegen hatte. "Bei der Beschäftigung erwarten wir einen Zuwachs von rd. 250 000", bestätigte der DIHK-Hauptgeschäftsführer die Prognose vom Herbst. "Die Arbeitslosigkeit sinkt voraussichtlich auf etwa 2,9 Mio. im Jahresdurchschnitt."


Wansleben berichtete unter anderem, dass die deutschen Exporte – nicht zuletzt wegen der verbesserten Geschäftsperspektiven im "Heimatmarkt Europa" – 2014 wieder auf einen breiteren Wachstumspfad einschwenken. Während die Betriebe sich nicht mehr so stark um einen Nachfragerückgang aus In- und Ausland sorgten, sähen 41 % der Unternehmen in der aktuellen Wirtschaftspolitik ein Geschäftsrisiko.


"Zwar zeigt die Anti-Krisenpolitik in Europa zunehmend positive Wirkung", betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Doch dürften einige Pläne der neuen Bundesregierung mit Belastungen für die Unternehmen einhergehen." In dieser Gemengelage bleibe die Investitionsdynamik hinter den positiven Geschäftserwartungen der Unternehmen zurück. Das Gleiche gelte für die Beschäftigungsabsichten.


DIHK-Chefvolkswirt Schumann erörterte weitere Details der Konjunkturumfrage. Dazu zählt, dass die Betriebe die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise weiterhin als größtes Geschäftsrisiko betrachten. "Selbst viele Dienstleister sorgen sich in erster Linie um dieses Risiko", so Schumann, denn: "Preissteigerungen können nur in seltenen Fällen weitergegeben werden."


Zudem stelle sich das Risiko Fachkräftemangel gerade im Mittelstand als "echter Engpass für die weitere wirtschaftliche Entwicklung" dar; vielfach zeige sich in diesem Zusammenhang auch ein steigendes Geschäftsrisiko "Arbeitskosten". Der DIHK-Chefvolkswirt berichtete zudem von wachsenden Sorgen um die Arbeitskostenentwicklung in den Branchen, die direkt von einem Mindestlohn in Höhe von 8,50 € betroffen wären. Zugleich gingen hier, anders als im Gesamttrend der Wirtschaft, vielfach die Beschäftigungsabsichten zurück.


Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es in der Rubrik „Konjunktur und Wachstum“.


DIHK, Berlin